Hals-, Nasen- und OhrenkrankheitenDie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (kurz HNO-Heilkunde) stellt ein Teilgebiet der Medizin dar, das sich mit Erkrankungen, Verletzungen, Verletzungsfolgen, Fehlbildungen und Funktionsstörungen der Ohren, der oberen Luftwege, der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der unteren Luftwege und der Speiseröhre befasst. Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz die häufigsten HNO-Erkrankungen, deren Diagnostik und Therapie vorstellen und erklären :
> Akute Innenohrerkrankungen: Tinnitus, Hörsturz, SchwindelHäufige Erkrankungen des Innenohres sind der Schwindel, das akute Ohrgeräusch (Tinnitus) und auch der schlagartig einsetzende Hörverlust (Hörsturz). Da diese in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zu den Akuterkrankungen zählen, sollten sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Auftreten diagnostiziert und therapiert werden.
> Tinnitus :Der Tinnitus ist eine akustische Wahrnehmung, die zusätzlich zum Schall, der auf das Ohr wirkt, wahrgenommen wird und auf einer Störung der Hörfunktion beruht. Sehr vielfältig ist die Art der scheinbaren Geräusche. So kann man u. a. folgende akustische Eindrücke unter dem Begriff Tinnitus zusammenfassen : Brumm- oder Pfeiftöne, Zischen, Rauschen, Knacken oder Klopfen.
Etwa 10–20 % der Bevölkerung sind von Tinnitus dauerhaft betroffen, knapp 40 % stellen zumindest einmal im Leben ein derartiges Ohrgeräusch fest. Etwa ein Drittel aller älteren Menschen gibt an, ständig Ohrgeräusche wahrzunehmen. Besonders in den westlichen Industrieländern ist die Zahl der Tinnituspatienten in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Man spricht daher in Deutschland mitunter von einer "Volkskrankheit". Neben dem Ohrgeräusch kann es zu Symptomen wie Angstzustände, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Depressionen kommen. Durch den behandelnden HNO-Arzt sollten Untersuchungen durchgeführt werden, mithilfe derer eine behandlungsbedürftige Ursache gefunden werden kann. Dazu gehören die Erhebung der Krankengeschichte, des HNO-Status sowie eine komplexe Funktionsdiagnostik.
Die 3 Phasen des Tinnitus : - "Akutes Stadium" (< 3 Monate) - "Subakutes Stadium" (3 Monate - 1 Jahr) -"Chronisches Stadium" (> 1 Jahr)
> Hörsturz :Der Hörsturz ist eine idiopathische (ohne erkennbare Ursache) plötzlich auftretende, meist einseitige Schallempfindungsstörung. Beim Hörsturz kann der Hörverlust von geringgradig bis zur völligen Gehörlosigkeit reichen, er kann auf wenige Frequenzbereiche begrenzt sein oder alle Frequenzen betreffen. Sehr unterschiedlich ist der Krankheitsverlauf des Hörsturzes. Eine relativ hohe Spontanheilungsrate ist jedoch bekannt.
Die Aufgabe des HNO-Arztes ist es, neben der Feststellung der Symptome durch die Befragung des Patienten, des Weiteren verschiedene Untersuchungen zur Funktionsfähigkeit des Ohres durchzuführen. Mit der "Otoskopie" werden Gehörgang und Trommelfell untersucht. Mithilfe der "Tympanometrie" wird die Funktionstüchtigkeit des Mittelohres überprüft. Das Ausmaß des Hörverlustes und die Art der Schwerhörigkeit wird mit der "Tonaudiometrie" bestimmt. Auch zur Kontrolle des Verlaufes ist ein "Audiogramm" unabdingbar. In vielen Fällen ist die Ursache eines Tinnitus' oder Hörsturzes eine akute Funktionsstörung der Sinneszellen (Haarzellen) im Ohr oder anderer Strukturen des Innenohres. Als Auslöser sind Lärmbelastung, körperlicher, seelischer, bewusster/unbewusster Stress, Entzündungen, Trommelfellverletzungen, Tumore, Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungs- und Herzrhythmusstörungen, Halswirbelsäulenbeschwerden, Gebißfehlstellungen oder auch medikamentöse Nebenwirkungen festzuhalten. Achtung : Bei rechtzeitigem Therapiebeginn bestehen jedoch heute gute Aussichten auf Heilung! Je nach Ursache erstellen wir individuelle Behandlungskonzepte für unsere Patienten. Verwendung finden hierbei: Infusionen mit durchblutungsfördernden Substanzen, parenterale (intravenöse) oder orale Gaben von Kortison, Akupunkturbehandlungen, hyperbare Sauerstofftherapie (HBO), manualtherapeutische Behandlungen und alternative Therapien. Alle Therapien können ambulant durchgeführt werden. Auch Entspannungstherapien (autogenes Training, Feldenkrais, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder ähnliche Verfahren), sowie orthopädische und neurologische Begleituntersuchungen können bei Bedarf hilfreich sein.
> Schwindel :Im medizinischen Sinne versteht man unter "Schwindel" das subjektive Empfinden eines Schwankens, Drehgefühls, oder auch das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit. Des Weiteren spricht man von einer wahrgenommenen Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt. Man unterscheidet einen : - vestibulären Schwindel
- nicht-vestibulären Schwindel
Aufgabe des behandelnden HNO-Arztes ist es, eine Störung der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane (s. o.) auszuschließen oder zu bestätigen und hiermit wichtige Hinweise für die Genese zu liefern. Dies können wir in unserer Praxis mit Hilfe elektrophysiologischer Messmethoden wie dem Elektronystagmogramm (ENG) und der Hirnstamm-Audiometrie erreichen. > Weitere Allgemeine HNO-Leistungen in unserer Praxis
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